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Ehrenamtliche Finanzpaten an Stuttgarter Schulen






Überschuldungskarrieren frühzeitig stoppen

Die Zentrale Schuldnerberatung Stuttgart (ZSB) setzt seit Jahren auf die Präventionsarbeit. Schüler aus Berufs-, Förder-, Haupt- und Realschulen haben nach Abschluss ihrer Schulzeit oft nur sehr unzureichende lebenspraktische Kenntnisse und Kompetenzen im Umgang mit Geld und Finanzen. So kennen viele Schüler den Unterschied zwischen einem Spar- und einem Girokonto nicht. Kaum einer weiß um die Notwendigkeit, einen Überblick über die eigenen Einnahmen und Ausgaben zu haben. Die Kenntnisse über Versicherungen, Wissen um die Kosten einer eigenen Wohnung oder die wirklichen Unterhaltskosten für ein Auto reichen nicht aus.

Im Jahr 2011 waren 51.300 Personen in Stuttgart überschuldet (Quelle: Schuldner Atlas Creditreform 2011). Statistisch betrachtet leben somit 7.700 Kinder und Jugendliche in überschuldeten Haushalten. Tendenz: steigend! Fast 6 Prozent der überschuldeten Personen, die 2011 von der Zentralen Schuldnerberatung Stuttgart (ZSB) beraten wurden, waren höchstens 21 Jahre alt, etwa 24 Prozent waren zwischen 22 und 30 Jahre alt.

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Was Hänschen nicht lernt…

Schule und Elternhaus kommen der notwendigen Wissensvermittlung leider nur unzureichend nach. Um Überschuldungskarrieren frühzeitig zu stoppen, müssen Kinder und Jugendliche die Gefahren von Schulden kennen und den Umgang mit Geld, Kredit und Verträgen lernen. Und zwar schon, bevor sie die Schwelle ins Erwachsenenleben überschreiten.

Ausgereifte Konzepte für Projektarbeit und Unterrichtsmaterialien zu den Themen der Schuldnerberatung sind ausreichend vorhanden. Die ZSB hat jedoch nicht genügend personelle Ressourcen um die Schulen im erforderlichen Maß zu unterstützen. Darum sollen ehrenamtliche Finanzpaten für die ZSB in den Schulen arbeiten



Ehrenamtliche Finanzpaten

Finanzpaten sollen jeweils eine Schule betreuen und dort ergänzende Unterrichtseinheiten zu den bestehenden Lehrinhalten anbieten. Sie sollen als Ansprechpartner, Ideen- und Ratgeber für Schüler, Eltern und Lehrer zu den Themen der Schuldnerberatung zur Verfügung stehen. Die ehrenamtlichen Finanzpaten werden auf ihre Aufgaben vorbereitet und von hauptamtlichen Beratern der Schuldnerberatung geschult, begleitet und unterstützt. Ziel der Präventionsarbeit ist es, Jugendliche und junge Erwachsene zu einem selbständigen und verantwortlichen Umgang mit Geld und Konsum zu befähigen.


Wer sich für das ehrenamtliche Engagement als Finanzpate interessiert, kann sich unter finanzpaten {at} zsb-stuttgart.de per E-Mail bei der Zentralen Schuldnerberatung melden. Die Auswahl der Schule und der konkreten Einsatzfelder erfolgen in Absprache mit der jeweiligen Schule. Die Einsatzfelder werden auf die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Finanzpaten abgestimmt.

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Finanzpaten stellen sich vor



Agnes Aderhold

Agnes AderholdAlter: Jahrgang 1963

Beruflicher Hintergrund: Jurastudium in Heidelberg und Tübingen, Richterin am  Landgericht Stuttgart, dann Richterin am Oberlandesgericht Stuttgart, von 2006 bis 2009 Leiterin des Haushaltsreferats im Justizministerium Baden-Württemberg, dann Leiterin der IT-Abteilung beim Oberlandesgericht Stuttgart und seit 2013 Vizepräsidentin des Oberlandesgerichts Stuttgart

Warum ich Finanzpatin bin: Beruflich sehe ich jeden Tag, wie leicht Menschen, häufig auch junge Frauen, in eine finanzielle Notlage geraten können. Ich möchte etwas von meinen Erfahrungen weitergeben und jungen Leuten helfen, Schuldenfallen zu erkennen und nach Möglichkeit zu vermeiden.

Faustregel um finanziell klar zu kommen: Auf Dauer nicht mehr ausgeben, als man einnimmt, eine kleine Reserve zurückgelegt haben für Unvorhergesehenes und das Girokonto nicht ins Minus rutschen lassen. Den Kaufpreis für eine Anschaffung lieber vorher ansparen als im Nachhinein einen Kredit dafür abzahlen. Das kommt billiger!

Spartipp: Jeden Monat vom Gehaltskonto per Dauerauftrag einen festen kleinen Betrag auf ein Sparkonto überweisen, das spürt man gar nicht, auf Dauer kommt so aber auch eine nette Summe zusammen.

Lebensmotto: Geld macht nicht glücklich, aber kein Geld zu haben auch nicht!


Lukas Gottschick

Lukas GottschickAlter: Jahrgang 1984

Beruflicher Hintergrund: Unternehmensberater in der Finanzdienstleistungsbranche

Warum ich Finanzpate bin: Ich bin Finanzpate, weil ich mein Wissen und meine Erfahrung gerne weitergeben und so jungen Menschen helfen möchte, bewusst mit Ihrem Geld umzugehen und nicht in eine Schuldenfalle zu geraten. Die ehrenamtliche Arbeit an den Schulen und der Kontakt mit jungen Menschen mit den verschiedensten Hintergründen macht mir darüber hinaus viel Spaß und dient einem guten Zweck.

Faustregel um finanziell klarzukommen: Man sollte stets einen Überblick über seine Einkünfte haben und seine Ausgaben diesen Einkünften anpassen. Sich mit seinen Finanzen im Hier und Jetzt aber auch in der Zukunft zu beschäftigen, halte ich für äußerst wichtig. „Kopf in den Sand“ zählt nicht.

Spartipp: Es muss nicht immer Marke sein.


Andreas Hutter

Alter: Jahrgang 1945

Beruflicher Hintergrund: Dipl. Kfm., Sozialpolitischer Referent im Diakonischen Werk der EKD a.D.; Schuldnerberater

Warum ich Finanzpate bin: Auf Grund der Erfahrungen in der Schuldnerberatung  wollte ich als Finanzpate präventiv tätig werden. Ehrenämter bieten die Chance, gesellschaftlich aktiv zu sein und sich weiterzuentwickeln.

Meine Faustregel um finanziell klar zu kommen: Gib nie mehr Geld aus, als Du hast.

Spartipp: Wenn man es sich finanziell erlauben kann: einen Dauerauftrag "Sparbuch" auf dem Gehaltskonto einrichten oder jeden Sonntagmorgen einen Geldschein ins Sparschwein werfen.

Lebensmotto: Nicht aufgeben, es gibt immer einen Weg.  


Anton Mech

Finanzpate-Anton-Mech Alter: Jahrgang 1954

Beruflicher Hintergrund: Diplom Kaufmann, Unternehmensberater

Warum ich Finanzpate bin: Ich will versuchen, junge Menschen, die vor ihrem Berufseinstieg stehen, für das Thema Geld zu sensibilisieren, damit sie damit verantwortungsbewusst umgehen und sich nicht schon in jungen Jahren verschulden.

Faustregel um finanziell klar zu kommen: Überlegt Geld ausgeben, nicht über seine Verhältnisse leben, keinesfalls mehr ausgeben als man einnimmt.

Spartipp: Jeden Monat etwas auf die hohe Kante legen. Am besten lässt man schon bei der Gehaltsauszahlung einen festen Betrag auf ein Sparkonto überweisen. Dann steht dieses Geld schon gar nicht mehr für Ausgaben zur Verfügung.

Lebensmotto: Echte Wahlfreiheit ist die Freiheit, sich selbst freiwillig zu beschränken (Lisette Thooft).


Klaus Riegger

Finanzpate-Klaus-RieggerAlter: Jahrgang 1953

Beruflicher Hintergrund: Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim mit Abschluss als Diplom Ökonom. Logistikmanager in mehreren mittelständischen Unternehmen. Seit 2011 selbständig als Wirtschaftsberater.

Warum ich Finanzpate bin: Ich bin dankbar dafür, dass ich auf ein sehr erfolgreiches Berufsleben zurückblicken darf. Ich möchte deshalb etwas an die Gesellschaft und speziell an junge Menschen zurückgeben.

Faustregel um finanziell klar zu kommen: Keine Spontankäufe! Lieber nochmals eine Nacht darüber schlafen und sich am nächsten Tag fragen, ob der Kauf immer noch so wichtig für mich ist.

Spartipp: „Wer streut, der rutscht nicht!“ Zur Altersvorsorge und zum Vermögensaufbau niemals alles auf eine Karte setzen!

Lebensmotto: Glück und Zufriedenheit haben etwas mit der inneren Einstellung zu tun und sind nicht vom persönlichen Wohlstand abhängig.


Markus Schulz

Finanzpate-Markus-SchulzAlter: Jahrgang 1973

Beruflicher Hintergrund: Seit fast 20 Jahren freier Finanzplaner

Warum ich Finanzpate bin: Sowohl privat als auch beruflich sehe ich, wie leicht den Menschen das Geld durch die Finger rinnt. Insbesondere junge Leute tappen schnell in die Schuldenfalle, da Marketing und Werbung alles tun, um sie zu verführen und die echten Vorbilder fehlen. Ich möchte jungen Menschen dabei helfen, ihre Zukunft in finanzieller Freiheit zu gestalten, statt in die Falle der Überschuldung zu geraten.

Faustregel um finanziell klarzukommen: Mindestens zwei Monatsnettogehälter sollten immer als eiserne Reserve auf einem Tagesgeldkonto parken.

Spartipp: Wenn möglich, lege für jeden Euro, den Du für Spiel und Spaß ausgibst (Kino, Klamotten, Handy, Kirmes, Weggehen…) mindestens einen weiteren auf Dein Sparkonto! So macht das Sparen Spaß, denn man verbindet es gedanklich mit erfreulichen Dingen.

Lebensmotto: Freue Dich an den kleinen Dingen des Lebens, dann gehen die großen Wünsche ganz von allein in Erfüllung.


Karl-Heinz Siefert

Finanzpate-Karl-Heinz-SiefertAlter: Jahrgang 1951

Beruflicher Hintergrund: Volksschule, Lehre, zweiter Bildungsweg,  Abitur an der Technischen Oberschule Stuttgart,  Studium an der Uni Hohenheim, Dipl. oec., verschiedene Stationen im Vertrieb bei Mercedes, zuletzt Verkaufsleiter für PKW-Neuwagen bei einer Mercedes-Vertretung in Esslingen.

Warum ich Finanzpate bin: Ich habe selbst erlebt, wie junge Menschen sich verschulden und auf zu großem Fuß leben. Durch meine Präventionsarbeit möchte ich dazu beitragen, jungen Leuten zu helfen, mit ihren Einnahmen und Ausgaben die richtige Balance zu finden.

Faustregel um finanziell klar zu kommen: Das Girokonto nicht ins Minus abrutschen lassen.

Spartipp: Jeden Monat einen festen Betrag aufs Sparkonto.

Lebensmotto: Beruflich Durchhalten und das Genießen dabei nicht vergessen.


Heinz Zerweck

Finanzpate-Heinz-ZwerweckAlter: Jahrgang 1943

Beruflicher Hintergrund: Nach technischer Ausbildung nebenberufliche Ausbildung zum Wirtschaftsberater. Anschließend 30 Jahre als unabhängiger, freier Wirtschaftsberater selbständig tätig.
Beruflich habe ich Personen zu den Themen Geld/ Einkommen beraten, damit diese ihre Ziele erreichen konnten. Jetzt will ich dort helfen, wo mit wenig Geld etwas gemacht werden kann oder muss und auf mögliche Stolperfallen, aber auch Optimierungen hinweisen.

Faustregel um finanziell klarzukommen: Faustregeln habe ich nicht, eher Fragen und Tipps.
Welche Ziele hast Du? Diejenigen ohne Ziele irren voller Arbeit hektisch umher. Nimm Dir Zeit für Dich zu Überlegen.
Rockefeller empfahl: Es lohnt sich mehr eine Stunde über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.
Analyse von Einkommen und Ausgaben. Was bleibt danach?
Vorwärtssparen statt Rückwärtssparen (Raten zahlen).
Brauch ich das oder will ich das?
Den inneren Schweinhund besiegen! Mark Twain stellte fest: Der Sommer war zu heiß um das zu tun, für das es im Winter zu kalt war.
Gerne fördern, aber auch gleichzeitig fordern, damit es die gleiche Richtung nach vorne geht.

Spartipp: Regelmäßig am Monatsanfang sparen, und wenn es nur 1 € ist. (aus dem Auge aus dem Sinn) Auch da kommt was zusammen. Irgendwann reicht’s sogar noch zum Spaßkonto!

Lebensmotto: Erfreue dich auch an den kleinen Dingen des Lebens, sei dankbar und manchmal demütig.
Mache nicht die gleichen Fehler wie die anderen, sondern lerne daraus. Du wirst noch genügend neue Fehler machen, so wie ich.

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Wer kann Finanzpate werden?

Damit Finanzpaten sich erfolgreich in den Schulablauf integrieren können, ist ausreichende Lebenserfahrung nötig und Freude an der Arbeit mit Jugendlichen. Wichtig ist auch die Bereitschaft, sich verantwortlich und dauerhaft im Rahmen von mindestens 10 Stunden monatlich um eine Schule zu kümmern.

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Welche Schulen können teilnehmen?

Grundsätzlich können alle Schulen in Stuttgart, die Bedarf und Interesse haben, am Finanzpatenmodell teilnehmen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Klassenstufen 9 bis 10 in Förderschulen, Haupt- und Realschulen sowie die zweiten und dritten Ausbildungsjahrgänge der gewerblichen Schulen den größten Bedarf haben. Für die Schüler in diesen Jahrgangs- und Ausbildungsstufen haben Finanzthemen eine zunehmende lebensrelevante Bedeutung. Ein bis zwei Finanzpaten sollen jeweils eine Schule betreuen und dort ergänzende Unterrichtseinheiten zu den bestehenden Lehrinhalten anbieten. Interessierte Schulen können sich ebenfalls unter finanzpaten {at} zsb-stuttgart.de melden.


Antje Adenau,
Lehrerin an der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau Stuttgart

„An unserer Schule wird ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler in Bereichen ausgebildet, die zu den Niedrig-Lohngruppen zählen. Für diese Schüler und Schülerinnen ist es darum sehr wichtig zu wissen, wie man mit seinem Geld auskommt. Es gibt immer wieder Schüler, die bereits verschuldet sind."


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Unterstützen Sie das Projekt Finanzpaten!

Wir sind dringend auf Spenden angewiesen.
Die Evangelische Gesellschaft Stuttgart ist einer der Träger der Zentralen Schuldnerberatung und koordiniert die Spenden.

Wenn Sie das Projekt unterstützen wollen, finden Sie unter
www.eva-stuttgart.de/spendenundhelfen
alle Informationen zum Finanzierungsbedarf.
Hier können Sie direkt online spenden.

Oder spenden Sie per Banküberweisung auf das Spendenkonto:

Evangelische Gesellschaft Stuttgart
Evangelische Bank eG (ehem. EKK)
Konto 234 567, BLZ 520 604 10
IBAN: DE53 5206 0410 0000 234 567, BIC: GENODEF1EK1
Verwendungszweck: 010801 Finanzpaten

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Download


Download Flyer ZSB "Ehrenamtliche Finanzpaten" Stand 01/2015 [PDF Datei, 246 kB]

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Finanzpaten in Fernsehen und Funk


Der Pate kommt!

Ein Projektportrait bei Radio m mit o-Tönen aus dem Unterricht:
http://www.radio-m.de


ZDF Morgenmagazin vom 18.10.2012

Fernsehporträt des Projekts (Start bei 22 Min. 20 Sek./ unter dem Videofenster rechts auf "Finanzpaten" klicken)
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1756178/ZDF-mittagsmagazin-vom-18.-Oktober-2012#/beitrag/video/1756178/ZDF-mittagsmagazin-vom-18.-Oktober-2012


Radiobeitrag des ERF

Immer flüssig sein - Finanzpaten klären Jugendliche über Schuldenfallen auf
http://www.erf.de/index.php?content_item=1212&node=5865 


SWR 2 Impuls: Warum Jugendliche in die Schuldenfalle tappen

Finanzpate Andreas Hutter im Interview bei SWR2 Impuls
http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/impuls/rueckschau/-/id=1856956/nid=1856956/did=9212224/p5gydo/index.html


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Wir danken der Stuttgarter Zeitung, „Hilfe für den Nachbarn e.V." und Creditreform Stuttgart für die freundliche Unterstützung.

Fotomotiv zum Projekt: AllzweckJack / photocase.com








Bewährungshilfe Stuttgart e.V. Caritas Stuttgart eva Stuttgart